Wahrzeichen des Lausitzer Berglandes

Aussichtsturm Valtenberg

587 Meter über dem Alltag.

Geschichte

Der Berg

Mit 587 Metern ist der Valtenberg die höchste Erhebung des Lausitzer Berglandes. Südwestlich von Neukirch gelegen, war er über Jahrhunderte ein natürlicher Orientierungspunkt in der Region. Seinen Namen verdankt er dem älteren Wort Falkenberg — auch im Obersorbischen heißt er Sokolnik, was auf den Falken verweist.

Doch der Berg war mehr als nur Landmarke. Am Südhang trieb man im 18. Jahrhundert den Valentin-Erbstolln in den Fels, einen Bergbauversuch, dessen verfallenes Mundloch heute als Quelle der Wesenitz gilt. Ab 1864 nutzte die Königlich-Sächsische Landesvermessung den Gipfel als Triangulationspunkt erster Ordnung. Der Valtenberg diente damit nicht nur dem Blick in die Ferne, sondern auch der Wissenschaft.

Luftaufnahme des Valtenbergs mit Aussichtsturm und Bergbaude inmitten des Waldes
Der Valtenberg von oben — Turm und Bergbaude auf dem bewaldeten Gipfel.

Der Aussichtsturm

Am 1. Juli 1857 wurde der steinerne Aussichtsturm auf dem Gipfel eingeweiht. Entworfen vom Zittauer Architekten Carl August Schramm und in rund 150 Tagen errichtet, erhielt er den Namen König-Johann-Turm — zu Ehren des sächsischen Königs. Gut 20 Meter ragt das Bauwerk empor. Von seiner Plattform aus überblickt man bei klarer Sicht weite Teile der Oberlausitz, das Zittauer Gebirge und bei gutem Wetter sogar das Elbsandsteingebirge.

Auch die Bergbaude hat eine bewegte Geschichte. Die erste, hölzerne Gastwirtschaft brannte 1859 durch Brandstiftung nieder. Ihr massiver Nachfolgebau teilte 1951 ein ähnliches Schicksal. Die heutige Bergbaude öffnete schließlich 1977. Auch der Turm selbst brauchte Pflege: Nach Schäden durch Starkregen ließ die Gemeinde Neukirch ihn aufwendig sanieren, um ihn als öffentlichen Aussichtspunkt zu erhalten.

Der steinerne Aussichtsturm auf dem Valtenberg mit der Bergbaude im Vordergrund
Der König-Johann-Turm und die heutige Bergbaude.

Heute

Wer heute den Valtenberg besucht, findet mehr als Turm und Baude. Mehrere markierte Wanderwege führen über den Berg, darunter der Oberlausitzer Bergweg. Vom Parkplatz Sonneneck oder aus Neukirch kommend erreicht man neben dem Gipfel auch den Sagenpfad und seit 2022 eine kleine Bergkapelle. Auf engem Raum verbinden sich hier Natur, Geschichte und Einkehr.

Die Aussicht vom Turm gehört zu den weitesten in der Region. Bei günstigen Bedingungen reicht der Blick bis zu den Gebirgszügen im Süden und Südosten. Ergänzt wird das Erlebnis durch eine Webcam, die aktuelle Wetter- und Sichtverhältnisse vom Valtenberg zeigt — so lässt sich schon vor dem Aufstieg einschätzen, was einen oben erwartet.

Webcam

Live-Blick vom Valtenberg — der Stream wird von wetter.com bereitgestellt.